Die Schildnasenkobra 

(Aspidelaps lubricus) Unterarten lubricus (Laurenti, 1768) und cowlesi (Bogert, 1940)

Vorkommen: Von Südafrika über Südwestafrika bis Angola und Namibia.

Größe: Die Tiere erreichen eine Maximalgröße von 80cm, der Durchschnitt liegt bei 45-60 cm.

Geschlechtsreife: Ab dem zweiten Lebensjahr, Weibchen sollten besser ab dem dritten Lebensjahr zur Zucht verwendet werden.

Zeichnung: Der kurze, breite Kopf setzt sich kaum vom Hals ab. Die Augen haben runde Pupillen. Das breite Schnauzenschild ist deutlich zu erkennen. Die Schuppen sind glatt und ungekielt.  Der Afterschild ist ungeteilt. Die Körperfärbung ist gelbgrünlich bis gelborange bei Aspidelaps lubricus cowlesi und rotorange bis tieforangerot bei Aspidelaps lubricus lubricus. Die Zeichnung setzt sich aus 20 - 45 schwarzen Querbinden zusammen, bei Aspidelaps lubricus cowlesi sind zusätzlich noch die Schuppenränder dunkel, so das ein Netzmustereffekt entsteht. Der erste Ring hinter dem Kopf ist zu einem breiten Nackenband ausgebildet, das bei der Nominatform zum Kopf einen spitzen Winkel zeigt – bei der Unterart cowlesi oft mit dem zweiten Halsring verschmilzt und so einen schwarzen Nacken entstehen lässt. Bei beiden Unterarten kann der Hals mit Ringen oder komplett schwarz gefärbt sein.

Haltung: Die Schildnasenkobras lebt meist versteckt im trockenen, steinigen Halbwüsten bis in die Namib Wüste hinein. Zu ihrem Lebensraum gehören aber auch Wasserstellen sowie verwilderte Garten- und Parkanlagen. Idealerweise fühlt sich beide Unterarten in Steppenterrarien bei einer Lufttemperatur von 25-35 Grad Celsius wohl. Man richtet das Terrarium mit Versteckplätzen und einem hohen Bodengrund aus einem Sand-Erdegemisch ein.

Da die Tiere gerne graben und sich auch aktiv eigene Schlafhöhlen ausheben, muss die Dekoration so eingebracht werden, das sie nicht zusammenstürzen kann. Die Tiere verlieren oft ihre Scheu und sonnen sich gerne unter einem schwachen Strahler. Die Schildnasenkobra oder auch Afrikanische Korallenschlange genant, sind hauptsächlich nacht- und dämmerungsaktiv und haben tagsüber meist ein ruhiges und gutmütiges Wesen.

Nachts und vor allem bei der Fütterung sind die Tiere äußerst aktiv und beißfreudig. Fühlt sich eine Schildnasenkobra bedroht, flacht sie ihren Halsbereich seitlich ab, richtet den Vorderkörper auf und stößt dabei fauchend - zischende Laute aus. Bleibt diese Abwehrhaltung erfolglos, stoßen die Tiere mit geschlossenem Maul zu und treffen den potenziellen Angreifer mit ihrem Nasenschild. Abwehrbisse erfolgen so kaum. Zu den meisten Bissen kommt es beim füttern oder hantieren mit Jungtieren, welche wesentlich ängstlicher und beißfreudiger sind als die Alttiere. Aspidelaps sind nicht in der Lage große Futtertiere zu fressen. Eine Winterruhe ist bei den Schildnasenkobras nicht notwendig. Die Paarung, erfolgt wie bei den meisten Nattern ohne großes Werbungsverhalten. Manchmal kommt es auch zu einem Paarungsbiss. Nach der Paarung wird das Weibchen beträchtlich an Umfang zunehmen und neben einem erhöhten Futterbedarf auch vermehrt die Sonnenplätze aufsuchen. Alle Unterarten sind eierlegend und legen ca. 60-70 Tage nach der Befruchtung zwischen 3 und 14 weichschalige Eier. Die Jungtiere werden bei 28-30°C erbrütet und erblicken nach 58-65 Tagen das Licht der Welt.  

Momentan sind 2 Unterarten bekannt, die frühere dritte Unterart Aspidelaps lubricus infuscatus wurde 2006 von D. G. Broadley als identisch mit Aspidelaps lubricus cowlesi bestimmt.

Unter den Schildnasenkobras hat Aspidelaps lubricus cowlesi das stärkste Gift (Neurotoxin). Todesfälle sind zwar schon vorgekommen, liegen aber bisher nur in zwei bekannten Fällen bei Kindern aus Namibia vor. Die Giftzähne sind relativ kurz. Häufig kommt es nach einem Vollbiss unter schneidenden Schmerzen zu starken Schwellungen an der Bissstelle und innerhalb kurzer Zeit des ganzen Körperteils. Dazu treten Herzrasen, Kopfschmerzen, sehr starkes Schwindelgefühl, Erbrechen und starker Durchfall auf, nicht selten auch Kreislaufzusammenbrüche. Als weiter Symptome ist zu erwähnen das man schon kurze Zeit nach dem Biss nicht mehr in der Lage ist, das betroffene Körperteil zu bewegen. Die Symptome klingen nach etwa 12-24 Stunden allmählich ab, wobei im Bereich der Bissstelle eine Taubheit und Steifigkeit zurückbleibt, welcher erst nach ein bis zwei Wochen zurückgeht. 

Bei der Nominatform Aspidelaps lubricus lubricus sind die Symptome ähnlich, jedoch fallen die Auswirkung auf Grund des schwächern Toxins nicht so heftig aus.